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Unverpackt in der Region: Nachhaltig einkaufen – so geht‘ s

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Knapp 227 Kilo Verpackungsmüll verursachte jeder Deutsche 2017! Ein erschreckender und alarmierender Rekord. Doch es gibt Abhilfe.

Mal hier eine Plastiktüte beim Einkauf, mal dort das abgepackte Plastikgeschirr für die Mittagspause im Freien, mal schnell den Coffee to go, weil morgens zu Hause wieder keine Zeit war … so wächst der Berg an Plastik und Verpackungen immer weiter.

Dabei kann jeder Teil der sogenannten „Zero Waste“-Bewegung werden und Plastikmüll und unnötige Verpackungen reduzieren. Eine tolle Alternative zum Supermarkt ist der Unverpackt-Laden. Der weitere Vorteil dieser verpackungsfreien Geschäfte ist es, dass der Kunde dort nur soviel einkaufen kann, wie er tatsächlich verbraucht. In Zeiten, in denen deutsche Haushalte im Durchschnitt 85 Kilo Essen jährlich in die Tonne werfen, ist das ein wichtiges Argument für den Gang zum Unverpackt-Laden. Und damit der ökologische Fußabdruck für den Einkauf im Unverpackt-Laden nicht durch das Autofahren ins Negative rutscht, gibt es solche Läden (fast) überall in der Region. Zum Beispiel in Rimbach.

Nachhaltigkeit mit dem „PUR“-Konzept

„Einkaufen PUR in Rimbach“ lautet das Motto des im November eröffneten „Unverpackt im Weschnitztal“-Geschäfts. Der Laden der Inhaberinnen Susanne Scheller, Meike Rao und Isabelle Scholtes trifft den Nerv der Zeit, doch die drei Frauen hatten sich schon lange zuvor mit der grundlegenden Thematik beschäftigt. Die Maxime ist mit dem von Scheller benannten „PUR-Konzept“ gleichsam schnell wie auch perfekt erklärt: P-wie plastikfrei, U- wie unverpackt, R- wie regional.

Der wunderschön eingerichteter Laden in der Gymnasiumstraße 12 lockt mit einem vielfältigen Angebot und begeistert mit einem ganz besonderen Wohlfühlambiente. Das breite Produktportfolio (das immer wieder erweitert wird) lässt nichts vermissen, im integrierten Vollwert-Café kann jeder gemütlich verweilen, während Kinder in der liebevoll eingerichteten Spielecke Zeitvertreib finden. Das innovative „Regional-Regal“ zum Entdecken hiesiger Produkte von Schmuck bis hin zu Gebrauchsgegenständen bestätigt die Vielfalt unserer Region.

Erster verpackungsfreier Laden in Kiel

Die drei Frauen, die sich ganz unabhängig voneinander schon vor Jahren über Nachhaltigkeit Gedanken machten und durchweg auch privat vom Brot bis hin zum Waschmittel eigens produzierten, führte das Schicksal zusammen. Inspiriert wurden sie von den Pionierläden in Berlin, Kiel und Mainz. „Als dann der Inhaber des Unverpackt-Ladens in Mainz einen Gründerworkshops anbot, war ich sofort dabei“, berichtet Scheller. Was sie nicht wusste: Meike Rao – ebenfalls aus Rimbach – nahm auch teil. So beginnt die Geschichte dreier Frauen, die sich zusammenfanden und trotz anfänglicher Skepsis, ein solches Geschäft in ländlicher Umgebung zu eröffnen, jetzt stolze Ladenbesitzer sind.

Die Themen Umweltverschmutzung, Klimawandel und Nachhaltigkeit bahnen sich immer mehr den Weg in das Bewusstsein der Menschen. Und so betreten auch in Rimbach immer mehr Kunden zunächst von Neugier getrieben den Laden und lassen sich vom breiten Angebot überzeugen. Die mit Herzblut engagierten Inhaberinnen bieten auch Lösungen für den „Spontanbesuch“: Behältnisse zum Abfüllen der Waren können „geborgt“ werden können. Denn nicht jeder hat Glas und Dose immer parat.

Alles von Backzutaten über Kosmetik und Dosen

„Unverpackt im Weschnitztal“ bietet tatsächlich für jedes Anliegen eine nachhaltige und regionale Lösung: diverse Müsli-Variationen, die eigens zusammengestellt werden können, Mehl, Getreide (eine Getreidemühle und eine Flockenquetsche erlauben exklusiv eine eigene Bearbeitung), Reis, Nüsse, Saaten, Hülsenfrüchte, Trockenobst, Gewürze, Kräuter, Süßungsmittel, Backzutaten, Tee, Kaffee, Kakao, Naturkosmetik und Hygieneartikel, Vorratsbehältern, Brotdosen und Trinkflaschen. Ebenso verkauft das Trio Scheller, Rao und Scholtes Reiniger, Waschmittel, Spülmittel und Seife.

Damit noch nicht genug, denn es gibt täglich frische Backwaren (gerne mit Vorbestellung) und wöchentlich frischen Räucher-Tofu. Die Kunden können jederzeit Wünsche äußern, die auf eine Kundenwunschliste gesetzt werden – auch hier scheuen die Betreiberinnen keine Mühe, um alles möglich zu machen. Ein weiteres Highlight ist der magnetische und immer wieder befüllbare Schminktiegel aus Bambus.

Meike Rao, Isabelle Scholtes, Susanne Scheller stehen in ihrem Unverpackt-Laden in Rimbach
Unverpackt im Weschnitztal: Meike Rao, Isabelle Scholtes, Susanne Scheller bieten lose Ware und einige mehr Bild: Sarah Stephan

Bald gibt es auch frisches Obst und Gemüse

„Wir möchten die regionalen Betriebe nachhaltig fördern“, sagen die Inhaberinnen aus voller Überzeugung. Und so sind weitere Angebote geplant wie Nudeln, Essig und Öl, Salz, Kekse, Schokolade, Honig, Getränke und Aufstriche. Sobald das Kühlhaus fertiggestellt ist, gibt es auch frisches Obst und Gemüse.

Im „Unverpackt im Weschnitztal“ wird also jeder fündig: ob man nun vor Ort Appetit auf den leckeren Käsekuchen und ein Tässchen Kaffee hat, oder Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände wie Klopapier und Zahnbürste für zuhause einkauft – hier findet jeder ein regionales Angebot, das die Welt ein wenig besser macht.

Noch mehr „unverpackt“ in der Region

Im Gespräch mit der WNOZ stellen sich Andrea Hehn und Anja Wilkening („Unverpackt in Weinheim“) sowie Susanne Scheller, Isabelle Scholtes und Meike Rao („Unverpackt im Weschnitztal“) im Podcast einmal genauer vor und erklären die Idee des verpackungsfreien Ladens.

https://wnoz.podigee.io/7-neue-episode

Tipps und Tricks für umweltbewusstes Leben

Ein völlig überfüllter Müllcontainer mit Verpackungen und Plastik steht mitten in der Natur
Verpackungsmüll und Plastik – das muss nicht sein. Es dauert 450 Jahre bis sich eine Plastikflasche zersetzt hat. Bild: von RitaE auf Pixabay

 

Nachhaltig leben und Ressourcen schonen, das gelingt auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens. Hier ein paar einfache Tipps, wie jeder etwas Gutes für die Umwelt und somit für sich selbst tun kann.

  • Den Becher beim Bäcker stehen lassen und den Kaffee für unterwegs lieber im eigenen Trinkgefäß mitnehmen. Geplant einkaufen – so viele Lebensmittel landen im Biomüll. Das muss nicht sein.
  • Selbst in die Geschäfte gehen und nicht alles online bestellen.
  • Schraubenzieher in die Hand nehmen und Dinge wieder reparieren, anstatt gleich wieder etwas Neues kaufen. Tauschen macht Spaß! Und genau überlegen, ob das neue rote Kleid neben den bereits vorhandenen drei roten Kleidern im Schrank wirklich noch sein muss.
  • Oft verbergen sich kleine und große Schätze im Second-Hand-Laden. Einfach mal reinschauen.

Lesen Sie hier, wie die wnoz-Redakteure versuchen, nachhaltiger zu leben.

Autor: sst/nl

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