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Schulstart: Den sicheren Schulweg üben

Der neue Schritt im Lebensweg hat begonnen: Die Sommerferien sind vorbei und die Schule ist nun Alltag. Jetzt machen sich jeden Morgen die Erstklässler auf den Schulweg. Ein aufregender Lebensabschnitt, nicht nur für die Kinder, sondern vor allem auch die oft besorgten Eltern. Und damit gar nicht erst Panik entsteht, wissen viele regionale und erfahrene Instanzen von Polizei über ADAC bis hin zu diversen Schulberatungen wertvolle Tipps, wie Sie sich und Ihre Kleinen am besten vorbereiten können.

Viele Informations- und Schulungsangebote

Um nur wenige Beispiele zu nennen, finden Sie auf den Serviceseiten der Verkehrswacht viele Ratschläge und ein Schulungsvideo. Auch der ADAC hat vielfältige Angebote und Aktionen, wie den Schulwegratgeber. Der Kinderkommissar Leon von der hessischen Polizei hat ebenfalls wertvolle Tipps, wie auch das Land Baden-Württemberg mit der Aktion „Sicherer Schulweg“. Auch die Lehrer und Erzieher sind wichtige Vorbilder und helfen bei der richtigen Verkehrserziehung. Dennoch steht fest: Es liegt immer noch in erster Linie an den Eltern, um den Nachwuchs richtig auf die Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten.   

Die Zeit vor dem Schulstart sinnvoll nutzen

Ranzen, Rücken, Regelausstattung und Co – viele Anforderungen prasseln beim Schulstart des Kindes erst einmal auf die Familien herein und wollen auch bewältigt werden: Welcher ist der richtige Ranzen? Braucht es wirklich den ergonomischen „Superporsche“ oder reicht auch ein angepasstes, bewährtes Modell? Welche Heftgrößen werden benötigt, was ist die Grundausstattung? Und die schönste Schultüte überhaupt will ja auch noch gebastelt werden. Viele Dinge sind es, die im Vorfeld geregelt werden müssen, aber sie lassen einen der wichtigsten Fakten oftmals vergessen: den selbstständigen Weg zur Schule. Unsere Experten haben deshalb wertvolle Tipps, damit der Schulstart reibungslos verläuft.

Die Sommerferien eignen sich besonders gut

Natürlich können Eltern nicht davon ausgehen, dass es schon nach einem einmaligen Üben mit dem Kind getan ist. Im Gegenteil – Experten raten, dass sich am besten schon vor dem Schulstart eine gewisse Routine im Sinne von richtigem reflexartigen Verhalten im Straßenverkehr bei dem Kind entwickelt haben sollte. Dafür eignen sich die Sommerferien vor dem Schulstart ganz besonders, können die Eltern hier in Ruhe und mit genügend Vorlaufzeit den Schulweg mit dem Nachwuchs üben.

Diese Tipps sollten Sie beachten

1. Der Schulweg sollte unter möglichst realistischen Bedingungen eingeübt werden. Das heißt, nicht am Wochenende und eher nicht am Nachmittag, sondern werktags morgens (Hinweg) und am Mittag (Rückweg).

2. Mögliche Gefahrenpunkte wie Kreuzungen und notwendige Straßenquerungen sollten ausführlich besprochen, erklärt und gemeinsam geübt werden.

3. Wenn das Schulkind sich richtig verhält, darf mir dem Lob nicht gespart werden und im Falle eines Fehlverhaltens mit viel Geduld (und ohne Tadeln!) noch einmal dieser Streckenabschnitt erklärt und praktisch geprobt werden. Nicht vergessen: Nicht nur bei der Vorbereitung auf den Schulweg orientieren sich die Kinder am Verhalten der Eltern, weshalb hier immerzu gilt: Mit gutem Beispiel vorangehen.

4. Auch unerwartete, aber mögliche Begebenheiten müssen unbedingt vorher besprochen werden. Hierzu zählen vor allem Baustellen, die einen Umweg erfordern beziehungsweise den üblichen Schulweg verändern.

5. Dass der Weg mitunter nicht nur zu Fuß stattfindet, sondern gerne auch mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln (vor allem auf dem Land) liegt nahe – deshalb sollte der zukünftig zurückzulegende Weg so originalgetreu wie möglich gemeinsam begangen und somit erlernt werden.  

„Nicht schnell, sondern sicher ankommen“

6. Vor allem diesen Leitsatz sollten die Familien beherzigen. Kann der Schulweg in den Sommerferien noch in Ruhe geübt werden, greifen danach natürlich die Tücken des Alltags und die Zeit für den morgendlichen Schulweg kann so manches Mal knapper werden als beabsichtigt. Hier sollte natürlich neben einer guten Tagesplanung auch immerzu dem Nachwuchs vermittelt werden, dass die Sicherheit immer Vorrang hat und es nicht schlimm ist, wenn das Kind vielleicht einmal etwas später in der Schule ankommt – dafür aber sicher und wohlauf.

7. „Übung macht den Meister“ – ein altes Sprichwort, das dennoch bis heute nichts an seinem Wahrheitsgehalt eingebüßt hat. Deshalb sollten die Eltern auch nach der Übungszeit ihre Kinder noch die ersten zwei Wochen auf dem Schulweg unter nun ganz realen Bedingungen begleiten. Je nach Bedarf kann die Dauer der Übungszeit natürlich variieren, bis sich der Nachwuchs auch wirklich routiniert und sicher im Straßenverkehr bewegt.

8. Spielerische Kontrolle: Um sicher zu gehen, ob der Nachwuchs auch wirklich alle Hinweise, Tücken oder mögliche Gefahrenpotenziale verinnerlicht hat, können die Eltern statt einer strengen Nachfrage auf ein lockeres Rollenspiel zurückgreifen: Hierbei sollen die Kinder jetzt den Eltern den Schulweg zeigen und auch erklären – ein Spaß für alle.

9. Um mögliche Gefahrenquellen aufspüren und vermeiden zu können, sollten sich die Erwachsenen in die Kinder hineinversetzen. Die meisten Unfälle ereignen sich leider beim Überqueren der Straße (wichtig: NIEMALS vor oder hinter einem (Schul-) Bus über die Straße laufen!). Dies ist mitunter der geringen Körpergröße von Kindern geschuldet. Sie haben dadurch einen mangelnden Überblick über das Verkehrsgeschehen und sie werden aus diesem Grund auch leicht übersehen von anderen Verkehrsteilnehmern. Zudem können Kinder noch nicht richtig die Geschwindigkeit von sich nahenden Fahrzeugen einschätzen.  

10. Zusätzlich zur gemeinsamen Einübung des Schulweges können Eltern noch weitere Sicherheitsmaßnahmen für die Kinder vornehmen, denn insgesamt hat der Straßenverkehr gerade in den letzten Jahrzehnten an Frequenz und Unübersichtlichkeit zugenommen. Hier gibt es die Möglichkeit, mit leuchtenden Reflektoren am Schulranzen und der Kleidung die Sichtbarkeit des Nachwuchses auch bei düsteren Wetterbedingungen zu erhöhen. Auch kann eine entsprechende Bekleidung an eher dunkleren Tagen zur Sicherheit beitragen – die entsprechenden Institutionen raten hier zur Farbwahl von Bekleidungen in Rot, Orange oder Gelb.

11. Um all diese möglichen Gefahren zu umgehen, bringen viele Eltern ihre Kinder oftmals lieber selbst mit dem Auto zur Schule. Als „Elterntaxi“ bekannt, ist und bleibt dies ein umstrittenes Thema. Doch hier sind sich alle beratenden Stellen einig und raten von dieser Maßnahme dringend ab. Zum einen entstehen hierdurch vor der Schule unübersichtliche und gerade deshalb gefährliche Verkehrssituationen und zum anderen werden die Kinder dadurch zu passiven Verkehrsteilnehmern. Hierdurch wird die Möglichkeit verpasst, eigene Kompetenzen zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr zu entwickeln, so dass mögliche Ausnahmesituationen, die einen selbstständigen Schulweg nötig machen, gleich doppelt gefährlich werden.

Bei weiteren Fragen stehen den Eltern die genannten regionalen Institutionen mit ihren Beratungen und individuellen Tipps gerne zur Seite und freuen sich über jede Anfrage.

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